Filmmuseum Potsdam

Filmmuseum Potsdam

Filme sind komplexe Zeugnisse ihrer Zeit. Die aktuelle permanente Ausstellung „Babelsberg. Gesichter einer Filmstadt“ im Filmmuseum Potsdam erzählt vom ältesten Filmstudio der Welt in Babelsberg, das seit 1912 Filme herstellt und fokussiert dabei DEFA-Spielfilme ihren Einbettung in die Zeitgeschichte. Die DEFA-Jahre 1946 bis 1992 waren die bislang längste Periode in der Studiogeschichte.

Auch Filme aus der DDR sind keineswegs überwiegend plumpe Propagandawerke, sondern im guten Fall subtile Gesellschaftsbilder. Sie transportieren Ideen, Bilder und Lebensgefühl, spiegeln politische Konflikte und zeigen den Alltag in einem totalitär regierten Staat. Erstaunliche Zusammenhänge zwischen Zeit- und Filmgeschichte tun sich auf, auch wenn DDR-Filme eben nicht alles zeigen durften, was Künstler zeigen wollten.
Die Deutsche Film AG hatte im Osten Deutschlands ein Monopol. In Babelsberg entstanden mehr als 700 DEFA-Kinofilme, darunter sehr beliebte Kinderfilme, Unterhaltungs-, Indianer- und sogar Science Fiction-Filme. Regisseuren wie Konrad Wolf oder Frank Beyer erwarben sich mit beeindruckenden Filmen internationale Aufmerksamkeit und regten wichtige Diskussionen innerhalb des Landes DDR an. In Zeiten des Kalten Krieges ging es den Studioverantwortlichen jedoch vor allem um ein bestimmtes Geschichtsbild und um Werbung für den Sozialismus. Weil manche Filmemacher dennoch eigenständig arbeiteten, lief aus Sicht der Staatspartei manches nicht nach Plan.1965 wurde sogar eine ganze Jahresproduktion verboten und diese Gegenwartsfilme konnten erst nach dem Fall der Mauer wieder aufgeführt werden.

Das Filmmuseum Potsdam ist in einem schönen Museumsgebäude im historischen Zentrum von Potsdam untergebracht. Das Haus war 1685 im Auftrag des Brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm neben dem Potsdamer Stadtschloss als barocke Orangerie errichtet worden. Ein sparsamer Nachfolger ließ sie 1714 zu einem Stall für die königlichen Reitpferde umbauen und schließlich beauftragte Friedrich II. 1746 Sanssouci-Baumeister Knobelsdorff, diesen Marstall zu vergrößern und mit prächtigen Skulpturen zu schmücken. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus beschädigt, seit 1977 umfangreich restauriert, für das erste Filmmuseum Deutschlands umgebaut und 1981 als „Filmmuseums der DDR“ eröffnet.


Angebote
DEFA-Filme zwischen Propaganda, Zensur und künstlerischem Eigensinn
für Erwachsene Die Dauerausstellung „Babelsberg – Gesichter einer Filmstadt“ thematisiert das spannungsreiche Verhältnis zwischen Machtapparat und Filmkünstlern, zwischen politischen Entwicklungen und filmischen Antworten darauf. Führungen zu diesen Themenbereichen werden intensiv nachgefragt unter anderem von Anbietern der Erwachsenenbildung, von Ausbildern der Bundeswehr, sowie von Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche aus dem In- und Ausland. Inhaltliche Schwerpunkte wie etwa Kulturpolitik im Kalten Krieg oder verschiedene Formen der filmischen Propaganda werden dabei nach Möglichkeit durch Filmvorführungen mit anschließendem Gespräch vertieft.


Exkursion in eine fremde Heimat – Arbeit und Alltag in der DDR
für Jugendliche in der Ausbildung, zum Geschichts- und Deutschunterricht Sekundarstufe II

Der Projekttag „Arbeit und Alltag in der DDR“
ermöglicht eine Auseinandersetzung mit vierzig Jahren DDR-Geschichte und ergänzt den Unterricht der gymnasialen Oberstufe. Schüler(innen) werden durch den Besuch der ständigen Ausstellungen im HBPG und im FMP, durch Zeitzeugnisse, Filme und die Begegnung mit Zeitzeugen zur selbständigen Beschäftigung mit ihrer Heimatregion angeregt.

In Kooperation mit dem Haus für Brandenburgisch-Preußische Geschichte


Treffpunkt Geschichte – Geschichte entdecken
für Kinder

Wie viele Grundschüler wissen heute, was die DDR war? Wie lebten die Menschen damals? Welche politischen Strukturen gab es und wie wirkten sie sich im Alltag aus?
Freunde, Familie, Schule - Probleme mit diesen wichtigsten Lebenselementen hatten auch Kinder in der DDR. Doch was war anders? DEFA-Gegenwartsfilme für Kinder ermöglichen einen altersgerechten Zugang zu diesem Thema. Sie zeigen Sorgen, Träume und Konflikte Gleichaltriger in der DDR - mit Empathie und filmkünstlerischem Geschick. Über die Unterschiede zum Heute aber auch über Gemeinsamkeiten können sich die Schülerinnen und Schüler in anschließenden moderierten Gesprächen austauschen und bekommen so ein klareres Bild vom Leben in der DDR.

In Kooperation mit dem Malteser Treffpunkt Freizeit

Sonderausstellungen eröffnen zeitgeschichtliche Perspektiven:
Sandmann auf Reisen (bis 31.12.2011)
Luise. Königin der Herzen (bis 24.10.2010)

Öffnungszeiten
Di bis So 10–18 h

Eintrittspreise
3,50-4,00 Euro, erm. 2,50-3,00 Euro
Kombi mit Sonderschau: 7,- Euro, erm. 5,- Euro

Kosten für Sonderangebote unter www.filmmuseum-potsdam.de

Kontakt
Filmmuseum Potsdam
Marstall
Breite Strase 1a
14467 Potsdam

Fon 0331 .27 18 112
Fax 0331 .27 18 126
www.filmmuseum-potsdam

Anfahrt
Von Potsdam Hauptbahnhof erreichen Sie das Filmmuseum zu Fuß über die Lange Brücke in ca. 10 Minuten oder mit allen Tramlinien Richtung Innenstadt bis Haltestelle Alter Markt.

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