Checkpoint Bravo

Erinnerungs- und Begegnungsstätte Drewitz-Dreilinden

Die Grenzübergangsstelle Drewitz galt während der Zeit der deutschen Teilung als Brennpunkt des DDR-Grenzregimes. Hier wurden Menschen für ihren Freiheitswillen getötet, verletzt, verhaftet und erniedrigt. Zugleich war die Grenze gefährliche Nahtstelle zwischen den hochgerüsteten Militärblöcken in Ost und West. Am 9. November 1989 mussten die Grenzen unter dem Druck der Friedlichen Revolution gegen die SED-Diktatur für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden. Die Grenzübergänge wurden so zu Orten der Freude und Hoffnung. Der Turm ist heute der letzte erhaltene Bauteil der einst größten Grenzübergangsstelle der DDR.

1969 errichtete das SED-Regime mit der Grenzübergangsstelle Drewitz eine technisch ausgefeilte und militärisch hoch gesicherte Anlage. Bei dem Abriss der Gebäude blieb 1993 nur der Kommandantenturm, einst Führungspunkt des Grenzregiments „Walter Junker“, erhalten und wurde unter Denkmalschutz gestellt. Seit 2007 dient der restaurierte Turm dem Checkpoint Bravo e.V. als Ausstellungs- und Veranstaltungsort. Die Dauerausstellung „FREUNDwärts – FEINDwärts. Die deutsch-deutsche Grenzübergangsstelle Drewitz-Dreilinden“ im Freigelände und im Turm und schildert geschichtliche Ereignisse und Lebenswege, die sich mit diesem Ort verbinden. Ein Grenzlehrpfad veranschaulicht einen Querschnitt durch die einstigen Sperranlagen.

Der Turm ist heute Teil eines größeren Bereiches mit weiteren Denkmälern und historischen Spuren. Hierzu gehören insbesondere das Panzerehrenmal, das ursprünglich an die Eroberung der Reichhauptstadt 1945 durch die sowjetischen Armee erinnerte und nach dem Abtransport des T34-Panzers mit einer rosa lackierten Schneefräse zu einem Kunstwerk umgestaltet wurde (Künstler Eckhard Haisch, 1992), sowie die monumentale, einst mit einem runden Staatswappen der DDR versehende Doppelstele (Künstler Lutz Brandt, 1974). Der auf der Berliner Seite gelegene Grenzkontrollpunkt Dreilinden, von den West-Alliierten „Checkpoint Bravo“ genannt, steht mit seinem charakteristischen Brückenhaus (Architekt Hans-Joachim Schröder, 1969/70), der Raststätte Dreilinden (Senatsbaudirektor Rainer Gerhard Rümmler, 1969/70) und den beiden Tankstellen ebenfalls unter Denkmalschutz. Auf dem Mittelstreifen der Autobahn befindet sich die Bronze-Plastik eines Berliner Bären (Bildhauerin Renée Sintenis, 1956).

Seit 2006 ist der Bereich Drewitz-Dreilinden Teil des Gesamtkonzeptes zur Erinnerung an die Berliner Mauer und unter anderem über den Berliner Mauerradwanderweg erreichbar. Die Erinnerungs- und Begegnungsstätte Drewitz-Dreilinden wird vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) als außerschulischer Lernort empfohlen.

Öffnungszeiten:
10. Juni bis 31. Oktober 2010
Do-Sa 10-18 Uhr (auf Wunsch mit thematischer Einführung)
So      11-16 Uhr

So, 7. November 2010 Letzter Öffnungstag

Im Winter ist der Turm geschlossen. Das Freigelände ist offen zugänglich.
Gruppenanmeldung unter 033203/ 24870 erbeten.
Vortragsraum mit 30 Plätzen ist im Turm vorhanden.

Eintrittspreise
Der Eintritt sowie die thematischen Einführungen sind kostenfrei.
 
Kontakt
Albert-Einstein-Ring 45 Ecke Stahnsdorfer Damm
14532 Kleinmachnow (Europarc)
www.checkpoint-bravo.de

Anfahrt
Die Erinnerungsstätte ist von der Potsdamer Innenstadt und von Berlin aus über die BAB 115 zu erreichen, Abfahrt Kleinmachnow in Richtung Dreilinden.

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