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Veranstaltungen

hier halten wir für Sie das vollständige Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm der beteiligten Museen zu "50 Jahre Mauerbau" zum Download bereit.

 

Veranstaltungsprogramm Kurzversion

 

weitere Veranstaltungsinformationen:

Filmmuseum Potsdam - detailliertes Programm:

Es geschah im August – Der Bau der Berliner Mauer

9. Juni 2011, 20 Uhr

 Eine Veranstaltung in der Reihe „Menschen unter Diktaturen“ in Kooperation mit dem Potsdam Museum – Gedenkstätte Lindenstraße 54/55 für die Opfer politischer Gewalt im 20. Jahrhundert und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

 

Es geschah im August – Der Bau der Berliner Mauer

R: Hans-Hermann Hertle, D 2001, Dok., 90‘

Der Film schildert die Geschehnisse um den 13. August 1961, als die Mauer mitten durch Berlin gezogen wurde. Auch die Vorgeschichte und die weltpolitischen Hintergründe dieser großen Nachkriegskrise gehören dazu, die seit dem missglückten Wiener Gipfeltreffen zwischen Kennedy und Chruschtschow im Juni 1961 unaufhaltsam eskalierte.

Der Film befragt Zeitzeugen der internationalen Politik, so Henry Kissinger und Theodor C. Sorensen, der Berater von Kennedy, Anatolij Gribkow, sowjetischer Generalstab, und Oleg Trojanowskij, außenpolitischer Berater von Chruschtschow, Sir Oliver Wright, Sekretär des britischen Außenministers Lord Home, sowie der damalige französische Verteidigungsminister Pierre Messmer. Zu Wort kommen ferner Repräsentanten West-Berlins und der Bundesrepublik sowie Funktionäre und Militärs der DDR.

Jenseits der Haupt- und Staatsaktionen gibt es die Ebene der persönlich erlebten Zeitgeschichte, der tragischen Ereignisse und skurrilen Episoden. Der Flüchtling und der Feuerwehrmann, der Schutzpolizist und der Maurer – sie alle haben ihre eigene Geschichte und erzählen davon, wie sich beim Mauerbau die Perfektionierung des Perfiden auf unnachahmliche Weise mit dem Menschlichen mischte.

 

DDR-Grenzfilme 1961 bis 1989

Filmprogramm mit Einführung in Kooperation mit der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

12. August 2011, 20 Uhr

Im Armeefilmstudio der DDR wurden mehrere hundert Filme gedreht – um Soldaten in ihre Pflichten einzuweisen, mit Waffentechnik vertraut zu machen oder für den Wehrdienst zu motivieren. Eine Reihe von Filmen widmete sich der innerdeutschen Grenze. In der Öffentlichkeit sind diese Dokumente bis heute kaum bekannt. Ausgewählt und kommentiert von Claus Löser (Filmhistoriker und Journalist).

 

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten…“ – Der 13. August 1961 in Wochenschau und Fernsehen in Ost und West

Kurzfilmprogramm in Kooperation mit Cinegraph Babelsberg, Einführung: Dr. Ralf Forster (Filmhistoriker, Filmmuseum Potsdam)

13. August 2011, 18 Uhr

Der 13. August 1961 in Kino und Fernsehen bietet die Gelegenheit, die Darstellung eines Extremereignisses im Kalten Krieg in unterschiedlichen Medienformaten zu untersuchen. Dabei bewerteten Ost und West den Mauerbau zwar höchst abweichend, nutzten jedoch teilweise die gleichen Bilder, wie ein Vergleich des DEFA-Augenzeugen mit der zeitgleichen Fox Tönenden Wochenschau belegt. Zudem verdeutlichen sich die technologischen Unterschiede von Fernsehen und Wochenschau. Arbeiteten TV-Beiträge bisweilen mit O-Tönen und setzten auf unmittelbare Aktualität, so musste die Wochenschau die Nachrichten mehrerer Tage verdichten. Längst nicht alle Filmaufnahmen vom 13. August 1961 sind damals veröffentlicht worden. Das nicht verwendete Material gibt Auskunft über politische Vorbehalte und Rücksichtnahmen. So vermied es die DEFA, im Augenzeugen Kampfgruppenangehörige zu zeigen, wie sie Mobiliar aus den geräumten Grenzhäusern tragen und Wohnungsfenster zumauern. Und die SFB-Abendschau sah von Sequenzen des Adenauer-Besuches am Potsdamer Platz ab, die mit der deutlich hörbaren Propaganda-Beschallung durch das ostdeutsche „Studio an der Mauer“ versetzt sind. Ein weiterer Aspekt widmet sich der retrospektiven Sicht auf das Ereignis. So schwingt im Rückblick „Ein Jahr danach“ der Fox Tönenden Wochenschau das stille Eingeständnis mit, dass man im Westen die Mauer nicht habe rückgängig machen können. Der DEFA-Augenzeuge indes triumphiert, spricht 1966 von einer Maßnahme zur Sicherung des Friedens und lichtet westliche Touristen in der „Hauptstadt der DDR“ ab. Eine poetische Note schlägt indes der Dokumentarfilm Verstummte Stimmen an: Die Kamera gleitet die Mauer entlang und plötzlich ist es, als begännen die Steine zu reden. Es sind die Stimmen der Menschen, die hier lebten. Und am Brandenburger Tor tönt wie zum Hohn Ulbrichts berühmter Satz: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“

 

Der Mauerbau als Geschichtslektion: Geschichten jener Nacht (DEFA 1967)

 In Kooperation mit Cinegraph Babelsberg, Einführung: Dr. Ralf Forster (Filmhistoriker, Filmmuseum Potsdam)

 13. August 2011, 18 Uhr

 

Geschichten jener Nacht

DDR 1967, Episoden: I. Phönix, R: Carl Heinz Carpentier, 19’ / II. Die Prüfung, R: Ulrich Thein, 40’ / III. Materna, R: Frank Vogel, 14’ / IV. Der große und der kleine Willi, R: Gerhard Klein, 31’, Gesamtlänge 104’

 

Der Episodenfilm „Geschichten jener Nacht“ ist die erste Historisierung des Mauerbaus im DEFA-Spielfilm. Anhand von vier fiktiven Biografien werden die Ereignisse des 13. August 1961 in die Vergangenheitssicht der SED eingepasst und damit der offiziellen DDR-Geschichtsschreibung einverleibt. Im Kern beschwört der Film eine politische und intellektuelle Teilung Deutschlands, die schon vor dem Mauerbau bestanden habe: hier die fortschrittlichen Kräfte (Kommunisten, Antifaschisten, die DDR-Aufbaugeneration) und dort die Mitläufer und Reaktionäre (Nationalsozialisten, Republikflüchtlinge, der Monopolkapitalismus). Alle vier Männer sind Kampfgruppenangehörige, die in der Nacht vom 12. zum 13. August 1961 die Grenze nach Westberlin sichern und dabei entweder auf ihr bisheriges Leben oder in die Zukunft schauen. Mit diesem individuellen Zugang wollte die DEFA dem unmenschlichen Akt wohl eine menschliche Hülle verpassen. Man wirbt um Verständnis, will den Schritt aus und mit persönlichem Verhalten erklären. Dennoch bleibt es bei einer eindimensionalen Rechtfertigung. So kommt der Film mit viel Moral daher und sein Thema wird künstlerisch nur im letzten Teil Der kleine und der große Willi ansatzweise bewältigt. Die ohne Reue vorgetragene Erinnerung an den Mauerbau lässt sich auch als Reaktion und Pflichtübung der DEFA im Nachgang des 11. Plenums des ZK der SED (dem sog. Filmplenum) lesen, mit dem der gescholtene Filmproduzent im Vorfeld des VII. Parteitags seine Linientreue demonstrieren sowie Schauspieler und Regisseure rehabilitieren wollte.

„Man kann davon ausgehen, dass niemand gezwungen wurde, sondern sich zumindest mit beruflichem Engagement beteiligte. [Kultur]Ministerium und Studioleitung waren ihrerseits beauftragt und interessiert, Wunden zu heilen, Harmonie zu befördern und Einheit zu beweisen.“ (Klaus Wischnewski, in: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg, 1994)

 

Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a/ Marstall, 14467 Potsdam

Kartenreservierung: 0331-27181-12